KOST Tirol
InfoMail
Dezember 2020
Liebe Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartner!

In diesem Infomail finden Sie wieder viele spannende Beiträge, Neuigkeiten, Fachliteratur und Ausblicke aufs kommende Jahr.
Ihre KOST Tirol wünscht viel Spaß beim Lesen!
 
 
NEWS AVOIDANCE BEI JUGENDLICHEN: STORYTELLING SCHAFFT ZUGÄNGE!
Die Grafik zeigt uns, dass Österreicher im internationalen Vergleich mit 18 westlichen Ländern mit 30%-igem Anteil an NewsavoiderInnen relativ hoch ist. Vor allem skandinavische Länder schneiden hier besser ab. Auf der anderen Seite sehen wir, dass Österreich mit einem 10%-igen Anteil an NutzerInnen, die Social Media als Hauptquelle für News nutzen, vergleichsweise niedrig ist.

Folgende Public-Value Studie untersucht, inwiefern Qualitätsmedien die junge Bevölkerung in Österreich erreichen und was im Allgemeinen getan werden kann, um diese Zielgruppe erfolgreich(er) anzusprechen. In einem interessanten Beitrag der Studie beschäftigt sich Beate Grossegger vom Institut für Jugendkulturforschung mit  dem Thema Junge News-AvoiderInnen als Zielgruppe in Österreich.
 
News-AvoiderInnen sind in diesem Fall junge Menschen, die bewusst Politik in den Medien vermeiden. Wie kann dennoch ein Zugang stattfinden? Hier gibt Großegger allgemein gültige Empfehlungen: Wenig verwunderlich ist die hohe Bedeutung des Internets für junge Erwachsene. Onlineangebote über Social-Media-Kanäle und Internetfernsehen (bspw. über YouTube) nehmen eine zentrale Rolle ein. Konsumiert werden diese in der Regel über das Smartphone.
 
Neben den zielgruppenangepassten Kanälen sind die richtige Themensetzung und Themenaufbereitung wichtig. Doch was bedeutet das? Grossegger empfiehlt, Informationen an die Alltagserfahrungen, Sorgen und Ängste der Jugendlichen anzuschließen. Denn „Menschen nehmen Neues am besten auf, wenn es zu etwas passt was sie bereits kennen“ (Meyer, 2011, Kreative PR, Konstanz: UVK). Wichtig ist, sich sprachlich klar und einfach auszudrücken und sich bewusst am Exemplarischen zu orientieren. Hier lautet das Stichwort „Storytelling“, das bedeutet in Geschichten zu erzählen, die an konkrete Alltagserfahrungen knüpfen können. Was ist noch zu beachten? Kurze Formate mit aktuellen Informationen, die online von unterwegs via Smartphone abrufbar sind. 

Hier geht's zur Studie.
 
Corona-Shutdown
ÜBER TEILQUALIFIKATIONEN ERFOLGREICH IN DEN BERUF
 
Laut dieser Studie sind rund 80 Prozent der (deutschen) Unternehmen bereit, bei Bedarf auch Menschen ohne Berufsabschluss einzustellen. Zu erklären ist das durch einen hohen Spezialisierungsgrad in vielen Unternehmen. Doch vor allem in der Corona-Krise sind diese Menschen ohne Berufsabschluss besonders schnell von Arbeitslosigkeit betroffen und haben es schwerer, wieder in den Arbeitsmarkt einzutreten. Um die Fähigkeiten dieser ‚Fachkräfte ohne Gesellenbrief‘ sichtbar zu machen, helfen nachweisbare Teilqualifikationen.
 
Fazit dieser Studie ist, dass Teilqualifikationen als wichtiger Schlüssel für einen zukunftsfähigen Arbeitsmarkt zu sehen sind. 
Hier geht’s zur Studie.
 
Corona-Shutdown
HOMESCHOOLING UND SEINE KONSEQUENZEN
 
Mario Steiner und seine KollgInnen des IHS beschäftigen sich aktuell mit den Auswirkungen des Homeschoolings auf die soziale Ungleichheit im Bildungssystem und mögliche Bedingungen, um der zu erwartenden Verschärfung sozialer Ungleichheit entgegenzuwirken

Ihre Schlussfolgerungen sind unter anderem:
  • Das Homeschooling bleibt nicht ohne Folgen. Besonders betroffen sind benachteiligte Jugendliche, soziale Unterschiede werden noch deutlicher.
  • Die Auswirkungen, die COVID19 auf den Bildungsbereich hat, bedürfen stärkerer politischer Aufmerksamkeit. Vor allem Langzeitwirkungen wie etwa Bildungsabbruch oder geringere Qualifizierung können enorme individuelle und volkswirtschaftliche Dimensionen annehmen.
  • Darüber hinaus benötigt es neben technischen Maßnahmen einen Ausbau des Unterstützungssystems, wie etwa der Schulsozialarbeit.
Hier geht's zur Präsentation.
 
Jahresplanung Vor-Ort-Besuche 2020
VOR-ORT-BESUCHE ONLINE, GEHT DAS?

Ja, das geht! Für großes Interesse sorgten die beiden virtuellen Vor-Ort-Besuche im November, wo sich MUT (Mädchen und Technik) sowie INPETO (Integrationsperspektive Tourismus) und die BAS  (Berufsausbildungsassistenz) vorgestellt haben. Rund 45 Teilnehmende aus 15 Einrichtungen folgten gespannt den Ausführungen von Claudia Huber (MUT), Alexander Hauser (INPETO) sowie Anna Storf und Emmanuel Rukundo (beide BAS).

Neben den Inhalten erzählten die Projekte von ihrer täglichen Arbeit mit Corona, stellten ihre technischen Tools vor, (eine Vernetzung fand über Blackboard statt) und plauderten über ihre Zusammenarbeit (INPETO und BAS). Die offenen Schilderungen eines Berufschulkoordinators aus Landeck rundeten die Zusammenarbeit weiter ab.

Dem Online-Modus zum Trotz gaben sie greifbare Einblicke, zeigten Fotos und erzählten Geschichten von der Entwicklung ihrer Jugendlichen. Vielen Dank dafür!
Hier geht's zu den Kurzberichten. 
 
 
Jahresplanung Vor-Ort-Besuche 2020
KOST-VERNETZUNGSANGEBOT: VORSCHAU AUF DAS JAHRESPROGRAMM 2021

Ob vor Ort oder virtuell, wir werden vorbereitet sein und finalisieren gerade unser Vernetzungsangebot für das Jahr 2021. Es wird aus einem Mix aus voraussichtlich 5 Vor-Ort-Besuchen und 4 online-Veranstaltungen bestehen. Das virtuelle Angebot soll einen engeren Austausch unter Einbezug entlegenerer Regionen Tirols ermöglichen. 

Inhaltliche Schwerpunkte liegen auf Zielgruppen mit starkem Handlungsbedarf, Wünschen aus dem Netzwerk sowie besonderen Herausforderungen für dieses und kommendes Jahr, wie etwa psychische Belastungen.

Alle Infos dazu im nächsten InfoMail.
 
Fachliteratur
FACHLITERATUR

Dornmayr, H. & Löffler, R. (2020): Bericht zur Situation der Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung in Österreich 2018-2019, Forschungsbericht von ibw und öibf im Auftrag des BMDW, Wien.

Heyer, L. & Schilling, C. (2020). Multiprofessionalität braucht mehr als Netzwerkpartner_innen. Sozial Extra, 44(3), 137–142.

Klärner, A., Gamper, M., Keim-Klärner, S., Lippe, H. von der, Moor, I., Richter, M. et al. (2020). Soziale Netzwerke und gesundheitliche Ungleichheiten – eine neue Perspektive für die Forschung. In A. Klärner, M. Gamper, S. Keim-Klärner, I. Moor, H. von der Lippe & N. Vonneilich (Hrsg.), Soziale Netzwerke und gesundheitliche Ungleichheiten (S. 1–30). Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.

Kleinert, C. & Schels, B. (2020). Zurück zur Norm? Kompromissbildung zwischen geschlechtstypischen und -untypischen Berufsaspirationen, Bewerbungs- und Ausbildungsberufen. KZfSS Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie.

Stewart, S. L., Thornley, E., Lapshina, N., Erickson, P., Vingilis, E., Hamilton, H. et al. (2020). Sex differences in youth with mental health problems in inpatient, outpatient and youth justice settings. BMC Psychiatry, 20(1), 11.
 
Sie haben spannende Beiträge zum Übergang Schule-Beruf?
 
Gerne teilen wir auch Ihre Fachbeiträge oder Veranstaltungshinweise im Bereich Übergang Schule-Beruf in unseren InfoMails und machen sie somit einer größeren Interessentengruppe zugänglich. Schreiben Sie uns! Für weitere Fragen oder Anregungen stehen wir gerne zur Verfügung. Die nächste InfoMail erhalten Sie Anfang 2021.
 
Stellenausschreibungen:
  • arbas sucht mit Anfang Jänner eine Mitarbeiterin/Mitarbeiter (38h) im Fachbereich „Arbeitsassistenz für Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen“ am Standort Imst. Hier geht's zur Stellenanzeige.
  • amg-tirol mit Standort Innsbruck sucht eine/n BeraterIn für die Pflegestiftung (40h): Hier geht's zur Stellenanzeige. 
 
Das Team der KOST Tirol wünscht Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!